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Redaktionstagebuch #6: Entbehrliche Begegnungen auf der Autobahn


In der heutigen Ausgabe des Redaktionstagebuchs:

- Wir fahren vom Salzburgring retour

- Wir treffen auf einen Geschwindigkeitsakrobaten

- Patrick regt sich auf


BMW E30 Road Rage

Text: Patrick Aulehla | Fotos: Redaktion
 

Wer einen Tempomaten, oder, noch schlimmer, einen Abstandstempomaten sein Eigen nennt, der kennt das folgende Naturgesetz: Auf der Autobahn kann fast niemand eine Geschwindigkeit halten. Das ist vor allem deshalb mühsam, weil man auf diese Fahrstil-Akrobaten andauernd reagieren muss. Hunderte Spurwechsel auf hundert Kilometer, oder man fügt sich dem Irrsinn und macht einfach mit. Das hält mein Geduldsfaden nur leider nicht aus.


Ein besonders verhaltensauffälliges Exemplar ist uns gestern auf dem Rückweg vom Salzburgring begegnet. Ein silbernes Cabrio hat uns bestimmt zehn, wahrscheinlich 15 Mal überholt - der Fahrer natürlich mit dem Handy vor der Birne -, um sich vor uns einzuordnen und sukzessive wieder langsamer zu werden. Weil ich ihn zwar schon irgendwie, aber nicht in letzter Konsequenz von der Fahrbahn kegeln wollte: Blinker, Spurwechsel, überholen, Blinker, Spurwechsel und wieder einreihen. Zwei Minuten später hat er's wieder wissen wollen - um Haaresbreite hätte ich's dann doch noch durchgezogen.


Vielleicht gibt es ja einen Grund dafür, den ich nicht verstehe. Aus meiner Sicht bringt das aber nur zweierlei Effekte: Permanentes schneller und langsamer werden erhöht den Energieverbrauch und die Unfallgefahr. Mir wird außerdem schlecht dabei, aber das sei meinetwegen ein Einzelschicksal.


Warum diese beiden Argumente greifen? Erstens: Wer ständig an Geschwindigkeit verliert, muss diese, und jetzt kommt die Überraschung, auch wieder aufbauen - vorausgesetzt, man hat nicht vor, auf der Autobahn zu halten. In diesen Geschwindigkeitsaufbau fließt deutlich mehr Energie als in das gleichmäßige Fahren. Zweitens: Die Unfallgefahr erhöht sich, weil der sogenannte Ziehharmonika-Effekt entsteht. Das bedeutet, die Hinterherfahrenden müssen entweder größeren Abstand halten (ebenfalls keine Paradedisziplin), oder sie müssen öfters ausscheren. Wenn Sie das nächste mal mit einer Schwankungsbreite von 50 km/h den Verkehr drangsalieren, denken Sie also bitte daran: Früher oder später wird jemand in Ihrem Kofferraum parken. Oder einen Eintrag in das FastForward-Redaktionstagebuch schreiben.

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