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Redaktionstagebuch Woche 24: Modellneuheiten, Verbrennergipfel und Testwagen-Tausch


Gedanken zum Verbrennergipfel im Bundeskanzleramt. Ein Kleinwagen von Alpine mit Elektromotor. Schnellladen mit bis zu 400 kW. Ein Dacia Jogger mit Schlafplatz im Heck. Ein Abschied vom Porsche Cayenne E-Hybrid Coupe.



Text: Patrick Aulehla | Fotos: Oliver Hirtenfelder, Alpine, Porsche

 

Gedanken zum Verbrennergipfel

Beginnen wir den Wochenrückblick doch gleich mit einem Scherz: Bei seinem Verbrennergipfel hat der österreichische Bundeskanlzer Karl Nehammer Technologieoffenheit seitens der EU eingefordert, die Telefonzelle hätte schließlich auch niemand verboten. Er bezieht sich damit auf den Green Deal der EU, der das vermeintliche Ende des Verbrennungsmotors einläuten soll. Das ist deshalb witzig, weil die EU den Verbrennungsmotor gar nicht verbieten möchte. Fest steht nur das Ende der fossilen Kraftstoffe: PKW und leichte Nutzfahrzeuge müssen ab 2035 emissionsfrei betrieben werden. Wie das geschieht - batterieelektrisch, per Wasserstoff oder E-Fuels - wird nicht vorgegeben. Die Technologien sollen von den Herstellern und dem Markt bestimmt werden. Was ebenfalls erlaubt bleibt: Das Kaufen, Verkaufen und Fahren von Verbrennern, die vor dem Stichtag im Jahr 2035 zugelassen wurden. Am Gebrauchtwagenmarkt werden sich also auch nach 2035 Verbrenner-Fahrzeuge finden, der Bestand an Fahrzeugen ist ausdrücklich geschützt. Das betrifft selbstverständlich auch Oldtimer und Youngtimer.



Ford Mustang Mach 1 2023 Heckansicht

Brummbrumm geht auch nach 2035 noch. Keine Panik, liebes Bundeskanzleramt.


Was also hat der Verbrennergipfel gebracht? Erstens: Die Erkenntnis, dass die zuständigen Personen die zukünftigen Regelungen entweder selbst nicht kennen, oder gut im Vergessen sind. Als der Green Deal nämlich 2022 im EU-Parlament beschlossen wurde, haben die österreichischen Abgeordneten mehrheitlich für das Verbrenner-Aus gestimmt. Zweitens: Die heimische Automobilindustrie wird durch die Elektrifizierung des Straßenverkehrs in Bedrängnis geraten. Das solle verhindert werden. Wie man das verhindern möchte, weiß man allerdings nicht. Und damit drittens: Im Wahlkampf geht es darum, Probleme zu benennen, und nicht darum, mit Lösungen aufzuzeigen. Schade, aber damit bleibt man immerhin konsequent. In diesem Sinne, liebes Bundeskanzleramt: Fetzen, setzen, und nochmal von vorn.


Neuheiten der Woche: Alpine A290 und Schnellladen mit 400 kW

Zwei wesentlich erfreulichere Nachrichten aus der bald vergangenen Woche: Die Alpine A290 wurde offiziell gelauncht. Sie ist das erste Elektromodell der französischen Sportwagenmarke, die sich in Zukunft mehr in Richtung Mainstream drehen möchte. Die Basis für die A290 ist der neue Renault 5, in der Alpine-Variante liefert der Antriebsstrang aber deutlich mehr Bumms: Wahlweise 177 PS oder 218 PS werden an die Vorderräder geschickt, auf Hundert geht's in 6,4 Sekunden (stärkere Version). Ebenfalls an Bord sind mehrere Fahrmodi, ein Überhol-Button, ein sportliches Lenkrad und jede Menge Fahrhilfen. Und obwohl wir noch keine Preise kennen scheint eines gewiss: Günstig wird die Alpine A290 wohl eher nicht. Ein R5 in der Iconic Five Ausstattung kostet in Österreich bereits 34.390 Euro. Für die A290 werden sicherlich 40.000 Euro aufwärts angeschrieben.



Alpine A290


Die zweite erfreuliche Nachricht: In der Porsche Charging Lounge in Ingolstadt kann man ab sofort mit 400 kW nachladen. Das hat für österreichische Elektroautofahrer natürlich nur bedingt Relevanz - es zeigt aber auch der Alpenrepublik, wohin die Reise geht. Wenn man bedenkt, dass wir vor wenigen Jahren noch über 50 kW glücklich waren, darf man hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Lang wird es wohl nicht mehr dauern, bis das Laden genauso kurz wie das Tanken dauert.



Porsche Charing Lounge Ingolstadt 400 kW


Testwagen-Rochaden: Dacia Jogger statt Porsche Cayenne. 18.000 statt 119.000 Euro Basispreis.

Was haben ein Porsche Cayenne Coupé und ein Dacia Jogger gemeinsam? Mehr als ihr denkt! Einen Hybridantrieb zum Beispiel: Im Cayenne als Plug-In-Variante mit Stecker, im Dacia als Vollhybrid ohne Ladeanschluss. Außerdem können beide ein Smartphone über Android Auto oder Apple CarPlay kabellos integrieren und haben viel Platz für Passagiere (Jogger sogar bis zu sieben Sitze) und Gepäck (Cayenne 434 - 1.344 Liter, Jogger 607 - 1.819 Liter). Unterschiede gibt's in allen anderen Belangen: Der Cayenne leistet 470, der Dacia 140 PS. Der Cayenne braucht 4,9 Sekunden von Null auf Hundert, der Dacia 9,8. Und: Der Cayenne wiegt rund 2,5 Tonnen. Der Dacia fast eine Tonne weniger.





Den Cayenne-Test reichen wir nächste Woche nach!

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