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Audi Q4 e-tron 2026 im Test: Das kann das Elektro-SUV nach der Modellüberarbeitung


Der Audi Q4 positioniert sich in jenem Segment, in dem Hersteller ihre Elektro-Zulassungen holen: dem der Firmenwagen. Nach dem Facelift Mitte 2026 wirkt er weniger optisch als technisch aufgefrischt. Ausstattungsbereinigt ist er sogar günstiger geworden.



Text: Patrick Aulehla | Fotos: Audi


Das Wichtigste in Kürze

  • Abmessungen: Der neue Audi Q4 e-tron misst 4,60 Meter in der Länge, 1,62 Meter in der Höhe und 1,87 Meter in der Breite (ohne Außenspiegel). Das Ladeabteil fasst 515 Liter hinter der Rückbank - 1.487 Liter sind es bei umgelegten Sitzen. Die Anhängelast beläuft sich auf 1.800 Kilogramm bei den quattro-Modellen. Die heckangetriebenen Varianten müssen mit 1.000 Kilogramm Anhängelast auskommen.

  • Preis in Österreich: ab 48.676 Euro, die getestete quattro-Variante steht ab 55.200 Euro in der Preisliste

  • Testverbrauch: im Schnitt 18,5 kWh pro 100 Kilometer, auf der Autobahn rund 23 kWh bei erlaubter Höchstgeschwindigkeit

  • Stärken: das Fahren insgesamt - von Lenkung bis Bremse, die Serienausstattung, das bidirektionale Ladesystem, das deutlich aufgewertete Interieur

  • Schwächen: Ladeleistung gibt es bei anderen Herstellern mehr (etwa XPeng G6 mit maximal 451 kW).



Der Begriff Facelift ist beim neuen Audi Q4 e-tron streng genommen fehl am Platz: Das Aussehen des Ingolstädter Elektro-SUVs hat sich kaum verändert - zumindest außen. Wozu auch, wenn das aktuelle Design den Nerv der Kunden nach wie vor trifft. Im Innenraum zeigt sich dagegen ein anderes Bild: Die Digital Stage zieht serienmäßig ein - also das modernste Infotainment, das es bei Audi derzeit gibt. Außerdem gibt es mehr Ladeleistung, mehr Reichweite, erstmals bidirektionales Laden und dazu gleich eine Wallbox vom hauseigenen Produzenten Moon Power, die den Audi Q4 e-tron im Ernstfall zum Notstromaggregat für das eigene Zuhause macht.



Zwei Audi Q4 e-tron (2026) nebeneinander auf Vulkanlandschaft – Frontansicht der SUV und Sportback Variante
Optisch halten sich die Überarbeitungen in Grenzen, technisch gibt es viel Neues zu berichten. Etwa die serienmäßige digital stage.

Technik: Mehr Ladeleistung, mehr Reichweite, mehr Anhängelast

Das für viele Wichtigste zuerst: Der Audi Q4 e-tron aus dem Jahrgang 2026 kann mit bis zu 185 kW statt wie bisher mit 175 kW laden. Das ist kein Quantensprung, lässt ihn aber die 30-Minuten-Schallmauer durchbrechen: Für die Schnellladung von 10 auf 80 Prozent Batteriekapazität steht man im Optimalfall nur für 27 Minuten.


Die beiden verfügbaren Batterien bieten jetzt 63 kWh oder 82 kWh Brutto-Speicherkapazität, was für WLTP-Reichweiten von bis zu 430 Kilometer (Sportback: 439 Kilometer) beziehungsweise 544 Kilometer (Sportback: 577 Kilometer) reicht. Unser Fahrtest mit Q4 e-tron quattro zeigt: Wer hauptsächlich pendelt, kann sich diesen Werten auch im echten Leben annähern. Wer häufig Autobahn fährt, sollte mindestens 20 Prozent abziehen. Unser Durchschnittsverbrauch im Test belief sich auf 18,5 kWh - inklusive einiger Autobahnkilometer.



Audi Q4 e-tron quattro (2026) in Dunkelblau – Frontansicht in Fahrt auf der Autobahn bei Abendlicht
Beim Fahren insgesamt sehr souverän, auch in Sachen Verbrauch. Unser Testverbrauch hat sich bei rund 18,5 kWh pro 100 Kilometer eingependelt.

Deutlich mehr Flexibilität gibt es jetzt beim Anhängerbetrieb, sofern man das quattro-Modell ordert: Dieses darf jetzt 1.800 Kilogramm Anhängelast ziehen (400 Kilogramm mehr als bisher) - das heckangetriebene Modell kommt weiterhin nur auf 1.000 Kilogramm.


Bidirektionales Laden serienmäßig

In Sachen Ladetechnologie gibt es im neuen Q4 e-tron ein markenübergreifendes erstes Mal: Das Elektro-SUV kommt serienmäßig mit bidirektionalem Ladegerät. Bedeutet: Das Auto kann Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch abgeben. Die unterschiedlichen Anwendungsszenarien reichen vom E-Bike-Laden im Urlaub (V2L) über das Parken und zeitversetzte Nutzen von PV-Strom im Auto (V2H) bis hin zur Stabilisierung eines Stromnetzes, das hauptsächlich erneuerbare Energien nutzt (V2G).



Audi Q4 e-tron (2026): E-Bike im Kofferraum wird per bidirektionalem Laden (V2L) mit Strom versorgt
Das serienmäßige bidirektionale Ladegerät kann Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch abgeben. Praktisch beim Urlauben mit dem E-Bike, beispielsweise.

Sogar im Falle eines Blackouts ist der neue Audi Q4 e-tron als Stromspeicher zur Stelle: Mit der entsprechenden Ladestation (praktischerweise erhältlich über den Ladeinfrastruktur-Partner Moon Power) lässt sich der Q4 als Notstromaggregat nutzen. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt kommt mit einer Vollladung mehrere Tage durch. Einziger Nachteil: Die Wallbox ist nicht billig - der Preis liegt bei 3.750 Euro exklusive Steuer und Montage.


Innenraum und Platzangebot: Moderner Stil, gute Bedienbarkeit, Android Auto mit Schwächen

Herzstück des neuen Innenraums ist die sogenannte Digital Stage: Sie umfasst serienmäßig ein 11,9 Zoll großes Kombiinstrument und ein 12,8 Zoll großes MMI Touchdisplay. Wer möchte, kann außerdem ein 12 Zoll großes Beifahrerdisplay, um seine Mitfahrer etwa mit YouTube-Videos in den Dämmerschlaf zu versetzen. Die Verarbeitung passt, der wahrgenommene Qualitätseindruck ebenfalls - mitunter deshalb, weil Audi im neuen Q4 e-tron (endlich) auf Klavirlack-Eskalationen verzichtet.



Innenraum des Audi Q4 e-tron (2026) mit Digital Stage, Fahrer-Cockpit und heller Lederausstattung
Alles neu: Der Innenraum des Audi Q4 e-tron hat sich mit der Produktaufwertung 2026 deutlich verändert. Die Bildschirmlandschaft - im Audi-Slang digital stage genannt - ist serienmäßig verbaut.

Die Bedienung erfolt größtenteils über den Touchscreen und das ziemlich intuitiv, wobei eine gewisse Tech-Affinität nicht schadet, um sich schnell heimisch zu fühlen. Echte Tasten sucht man nicht mehr vergebens - das Lenkrad wurde entsprechend aufgewertet, die Assistenten lassen sich über einen Knopf in der Mittelkonsole schnell und einfach nach Belieben konfigurieren. Zwei induktive Ladeschalen sind ebenfalls verfügbar - man will ja always connected bleiben.


Das Platzangebot im Innenraum des 4,60 Meter langen, 1,62 Meter hohen und 1,87 Meter breiten Audi Q4 e-tron ist solide: Vorne wie hinten sitzt man gut, besonders gut natürlich mit den aufpreispflichtigen S-Sportsitzen in Kunstleder-Microfaser-Ausführung, die auch gleich eine im Verhältnis 40:20:40 teilbare Rückbank an Bord holen. Im Kofferraum freut man sich über 515 bis 1.487 Liter Ladevolumen - das reicht im Regelfall für Ausflüge zu viert.


Fahrverhalten als klare Stärke

Einen Punkt, in dem Audi den meisten seiner Mitbewerber überlegen ist, entdeckt man am Steuer. Der neue Q4 e-tron fährt insgesamt sehr souverän: Lenkung, Fahrwerk, Bremsgefühl, Leistungsentfalung - all das passt zum Premium-Anspruch, den die Marke ihren Kunden bieten möchte. Im Alltagsbetrieb nimmt man den Antrieb im Grunde gar nicht wahr, man gleitet losgelöst von äußeren Einflüssen, völlig entspannt solange man möchte, und durchaus auch flott, wenn es pressiert.



Audi Q4 e-tron (2026) Heckansicht in Fahrt auf kurviger Bergstraße
In der Ruhe liegt die Kraft: Im Alltag ist der neue Audi A4 e-tron ein gemütlicher, ausgeglichener Begleiter. Er kann freilich auch flott - eh klar bei 299 PS Leistung.

In der von uns getesteten quattro-Variante leistet der Q4 e-tron maximal 299 PS, womit man in keiner Lebenslage untermotorisiert ist. Von 0 auf 100 km/h geht es in 6,2 Sekunden, abgeregelt wird bei 180 km/h - was will man mehr. Darunter und darüber finden sich viele Auswahlmöglichkeiten: Das Standard-Modell mit Heckantrieb leistet 150 kW/204 PS, der ebenfalls heckangetriebene Q4 e-tron performance kommt auf 210 kW/286 PS, das Topmodell quattro performance auf 250 kW/340 PS.


Ausstattung und Preise: Premium bleibt, wird aber günstiger

Im Hinblick auf die Preisgestaltung gibt es ungewöhnlicherweise Positives zu berichten: Schon das Basismodell Q4 e-tron kommt umfangreich ausgestattet - serienmäßig an Bord sind beispielsweise das Audi virtual cockpit plus, die MMI experience plus, 19-Zoll Alufelgen, die digital stage, zwei induktive Ladeschalen und vieles mehr. Dafür ruft Audi laut Liste 48.676 Euro inklusive Steuer auf (Sportback: 50.596 Euro). Ausstattungsbereinigt ist das Modell sogar günstiger als sein Vorgänger, verspricht Audi.


Der Audi Q4 e-tron performance kommt bereits auf 55.200 Euro (Sportback: 57.120 Euro), das quattro-Modell auf 58.650 Euro (Sportback: 60.570 Euro), das Topmodell quattro performance auf 62.900 Euro (Sportback: 64.820 Euro). Für alle Modelle gibt es derzeit einen Privatkundenbonus von 3.000 Euro, der von den Listenpreisen abgezogen werden kann. An einer Sache hat sich nichts geändert: Wer seinen Q4 e-tron optisch und technisch aufrüsten möchte, findet in der Preisliste allerlei Verwirklungsmöglichkeiten, die sich in entsprechendem Ausmaß auf den Kaufpreis auswirken. Für unseren sehr gut ausgestatteten Audi Q4 e-tron quattro Testwagen wären letztendlich 73.098 Euro fällig (70.098 Euro nach Abzug des Privatkundenbonus).


Was sich durchaus geändert hat: Die Basisvariante des Audi Q4 e-tron ist kein fensterheberloses Preislisten-Modell mehr, sondern serienmäßig so gut ausgestattet, dass man sie bedenkenlos kaufen kann.



Audi Q4 e-tron quattro (2026) in Blaugrau, parkend vor moderner Villa – Front- und Seitenansicht
Ein rundes Paket: Fairer Basispreis, viel Serienausstattung, brauchbare Ladeleistung und Reichweite. Wer Allrad und die große Batterie möchte, muss allerdings tiefer in die Tasche greifen.



Audi Q4 e-tron quattro (2026): Technische Daten, Österreich-Preis, Verbrauch, Abmessungen


Testwagenpreis: € 73.098,00 brutto

Einstiegspreis: € 48.676,00 brutto

Bestellbar: ab sofort (Konfigurator)

Motor: Elektro

Maximale Motorleistung: 220 kW/299 PS

30-Minuten Dauerleistung: 77 kW/105 PS

Drehmoment: 350 Nm

Getriebe: Automatik

Antrieb: Allradantrieb

0–100 km/h: 6,2 sek

Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

Verbrauch (WLTP): 17,16 kWh/100 km

Realverbrauch im Test: 18,5 kWh/100 km

CO₂-Emission (WLTP): 0 Gramm/km


Leergewicht: 2.326 kg

Höchstzulässiges Gesamtgewicht: 2.760 kg

Abmessungen L/B o.S./H: 4.603/1.865/1.619 mm

Radstand: 2.771 mm

Kofferraumvolumen (VDA): 515–1.487 Liter

Anhängelast (gebremst/ungebremst): 1.800 kg/750 kg

Neuwagen-Garantie: 2 Jahre (ohne km-Begrenzung)

Batterie-Garantie: 8 Jahre/160.000 km

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