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Subaru Forester im Test: Wenn 27 Jahre SUV-Erfahrung wichtiger sind als ein Ladekabel


Der Subaru Forester tritt 2025 in seiner sechsten Generation an - mit permanentem Allradantrieb, einem Mild-Hybrid-Boxer und dem unerschütterlichen Glauben daran, dass ein Subaru-SUV vor allem eines können muss: Fahren, wo andere SUVs stecken bleiben.



Text: Patrick Aulehla | Fotos: Oliver Hirtenfelder


Die Fahrzeuggattung SUV gibt es mittlerweile in den unterschiedlichsten Ausformungen. Klein für die Stadt, mittelgroß bis groß für Familien und Outdoor-Sportler, riesengroß fürs Herzeigen, wahlweise mit gemütlichem, elegantem oder sogar sportlichem Charakter, und selbstverständlich auf jede erdenkliche Weise motorisierbar, von Solo-Verbrenner bis rein elektrisch.


Der Subaru Forester ordnet sich mit 4,67 Meter Länge den mittelgroßen Exemplaren zu, ist in beinahe jeder anderen Hinsicht aber ein Nischenprodukt. Das hat viele Gründe - dazu zählen etwa der 2,0 Liter Vierzylinder Boxermotor, das absichtlich analoge Bedienkonzept oder der permanente Allradantrieb samt großer Bodenfreiheit. An diesem Konzept gibt es viel zu mögen. In manchen Punkten zeigt sich aber, dass Fortschritt durchaus etwas Gutes ist (Stichwort Verbrauch).



Subaru Forester Adventure, Heckansicht von der Seite auf schneebedecktem Untergrund, schwarze 18-Zoll-Felgen
Forester und Wald - das passt immer. Eni permanenter Allradantrieb und 220 Millimeter Bodenfreiheit machen es möglich.

Design und Abmessungen: Mehr Selbstbewusstsein, weniger Kantigkeit

Die sechste Forester-Generation tritt optisch deutlich moderner auf als ihr Vorgänger. Die Front zeigt ein prägnantes, dynamischeres Scheinwerferdesign, ausgeführt in Voll-LED-Technik mit adaptivem Kurvenlicht. Die Linienführung ist aerodynamischer geworden, ohne den bulligen Grundcharakter des Forester zu verleugnen.


Insgesamt ist die neue Forester-Generation größer geworden: 4,67 Meter Länge und 1,83 Meter Breite machen den Forester zu einem veritablen Mittelklasse-SUV, der mit 1,73 Meter Höhe aber nicht in Parkhaus-Stress verursacht. Der Radstand von 2,67 Metern verspricht, was er hält: viel Platz im Inneren.



Subaru Forester 6. Generation, Frontansicht auf schneebedeckter Waldstraße, grüner Zierstreifen und Subaru-Stern-Logo
Die Forester-Front ist nach wie vor bullig, insgesamt aber etwas aerodynamischer und moderner geworden.

Antrieb und Fahrleistungen: Was kann der e-BOXER im Alltag?

Der Antrieb des Subaru Forester ist durchaus solide, erfordert aber einige Kompromisse. Die Japaner setzen auf einen 2.0i e-Boxer - eine Mild-Hybrid-Konstruktion aus einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Boxerbenzinmotor und einem kleinen Elektromotor, die 100 kW/136 PS Systemleistung auswirft. Rein elektrisches Fahren ist damit kaum möglich, und das ist keine Überraschung: Der e-Boxer ist kein Plug-in-Hybrid oder Vollhybrid, sondern ein Mild-Hybrid, der primär beim Anfahren und Rekuperieren unterstützt.


Unser Eindruck: Natürlich gibt es SUVs, die die Disziplin Fortbewegung eleganter und komfortabler abhandeln. Der Forester ist kein echter Geländewagen, aber sicherlich ein Gelände-SUV - er fährt behäbiger, langsamer, lauter und weniger dynamisch als beispielsweise ein VW Tiguan. Andererseits traut man dem Forester auch solche Untergründe zu, mit denen man sportlich ausgestattete deutsche Fabrikate nur ungern konfrontieren würde. Das ist für viele wichtiger als maximaler Fahrkomfort.



Subaru Forester e-BOXER Emblem in Nahaufnahme, grüne Schrift auf dunklem Hintergrund, Regentropfen auf Karosserie
e-Boxer heißt: 2,0 Liter Vierzylinder-Boxer ohne Turbo, aber mit ein bisschen Elektro-Hilfe. Das funktioniert zuverlässig und gut. Sparsam oder besonders kultiviert ist der Forester aber nicht.

Dass das Zusammenspiel aus 2,0 Liter Boxermotor ohne Turbo, kaum Elektrounterstützung und permanentem Allradantrieb keine Effizienzwunder vollbringt, ist klar. In unserem Test lag der Realverbrauch irgendwo zwischen 8,5 und 11 Liter Super pro 100 Kilometer. Ja, das ist viel, aber gar nicht so weit weg von der WLTP-Werksangabe (8,1 Liter/100 km).


Offroad: Permanenter Allradantrieb und 220 mm Bodenfreiheit

Was den Forester von den meisten seiner Mitbewerber unterscheidet, ist keine Frage des Designs oder der Touchscreen-Größe: Es ist der Anspruch, tatsächlich abseits befestigter Straßen zu funktionieren. Der permanente Allradantrieb ist keine Notlösung für verschneite Hauszufahrten, sondern eine ernsthafte Fortbewegungshilfe für ungemütliche Untergründe. Die Bodenfreiheit von 220 mm ist für ein SUV dieser Klasse ordentlich, der serienmäßige X-Mode Offroad-Assistent und die Bergabfahrhilfe runden das Paket ab.


Innenraum, Infotainment und Ausstattung

Das 11,6-Zoll-Touchscreen-Infotainmentsystem ist mit DAB+, Bluetooth sowie sechs Lautsprechern ausgestattet und kann Apple CarPlay und Android Auto kabellos (in allen Varianten serienmäßig). Viele Funktionen können noch per Schalter und Tasten aktiviert werden - das macht vor allem für all jene Sinn, die sich an das moderne Zeug ohnehin nicht gewöhnen wollen.


Das überarbeitete EyeSight-System verfügt nun über 15 Funktionen, darunter fünf neue – unter anderem ein Nothalt-System für medizinische Notfälle. Das Driver Monitoring System mit Müdigkeitswarner und Fahrerprofilerkennung ist in allen Versionen serienmäßig.


Was fehlt? Ein Head-up-Display wäre schön. Das Kombiinstrument ist analog und nur mit einem 4,2-Zoll-Informationsdisplay ausgerüstet. Wer volldigitale Cockpits gewohnt ist, braucht einen Moment, um wieder zurückzufinden. Insgesamt wirkt der Forester etwas angestaubt gegenüber den Segment-Platzhirschen, aber das muss ja nichts Schlechtes sein.



Subaru Forester Innenraum, Cockpit mit analogem Kombiinstrument, großem Touchscreen und Lederlenkrad mit grünen Kontrastnähten
Übersichtlich, dazu viele Knöpfe und bekannte Funktionsweisen. Der Touchscreen ist allerdings nicht der letzte Schrei - vor allem in Sachen Auflösung.

Kofferraumvolumen und Platzverhältnisse

Hier ist der Forester in seinem Element: 508 Liter Kofferraumvolumen bietet das japanische Gelände-SUV hinter der zweiten Sitzreihe, bei umgeklappten Lehnen wächst das Volumen auf 1.731 Liter. Das sind ordentliche Werte für ein Fahrzeug dieser Größe. Die Anhängelast gebremst beträgt 1.870 Kilogramm - für einen Mild-Hybrid durchaus respektabel.


Preise und Ausstattungslinien in Österreich

Der neue Subaru Forester ist in vier Ausstattungslinien - Style, Style Xtra, Adventure und Premium - erhältlich. Die Preise bewegen sich zwischen 41.990 Euro (Variante Style) und 47.990 Euro (Variante Premium). Sehr stark: Serienmäßig werden acht Jahre Fahrzeuggarantie ohne Kilometerbegrenzung geboten. Das sucht man bei anderen Herstellern vergeblich.



Was wir gut finden: Preis-Leistungs-Verhältnis, Zuverlässigkeit, Platzangebot, Offroad-Fähigkeiten, Garantie


Was wir nicht so gut finden: Den hohen Verbrauch und das wenig stylishe Interieur (Geschmackssache)


Man kauf ihn, weil: man einen echten Allradler will – und keinen SUV, der so tut als ob.


Vergleichbare Fahrzeuge: VW Tiguan, Toyota RAV4, BYD Seal-U, Suzuki S-Cross, Dacia Bigster



Subaru Forester (2026): Technische Daten, Österreich-Preis, Leistung, Gewicht, Verbrauch, Reichweite


Testwagenpreis: € 46.990,00 brutto

Einstiegspreis: € 41.990,00 brutto

Bestellbar: ab sofort (Modellseite)

Motorleistung: 100 kW/136 PS

Drehmoment: 182 Nm

Motor: B4

Hubraum: 1.995 ccm

0-100 km/h: 12,2 sek

Höchstgeschwindigkeit: 188 km/h

Verbrauch (WLTP): 8,1 Liter/100 km

Realverbrauch im Test: 8,5 - 11 Liter/100 km

CO2-Emission (WLTP): 183 Gramm/km

 

Leergewicht: 1.693 - 1.722 kg

Höchstzulässiges Gesamtgewicht: 2.185 kg

Abmessungen Länge/Breite o.S./Höhe: 4.670/1.830/1.730 mm

Kofferraumvolumen (VDA): 508 - 1.731 Liter

Anhängelast (gebremst/ungebremst): 1.870 kg/750 kg

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