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Erste Testfahrt: Ist die A390 eine echte Alpine oder nur ein stylisher Elektro-Crossover?


Als Rennwagen im Maßanzug entpuppt sich die neue Alpine A390 bei der ersten Testfahrt zwar nicht. Ein flotter Elektro-Crossover ist sie aber zweifelsfrei. Wir klären auf, wie sich die A390 fährt, wo ihre Stärken und ihre Schwächen liegen, und warum beim Fahren doch A110 Vibes spürbar sind.



Text: Patrick Aulehla | Fotos: Alpine


Dass Alpine den neuen Elektro-Crossover A390 als Rennwagen im Maßanzug bewirbt, trifft den Nagel nicht auf den Kopf - glücklicherweise. Bei der ersten Testfahrt stellte sich heraus, dass die A390 vor allem ein durchaus flotter, aber auch sehr komfortabler Elektro-Crossover ist - mit einem Design, das erfrischend aus der grauen Masse hervorsticht.


Das kann die Alpine A390: Versionen, Leistung, Reichweite und Ladung

Technisch steht die Alpine A390 auf der AmpR-Medium-Plattform, die auch Renault Megane E-Tech und Renault Scenic E-Tech trägt. Mit diesen beiden Fahrzeugen hat die A390 aber nicht viel gemein, der Unterbau wurde für Alpine massiv angepasst. So wird sie von drei Elektromotoren - zwei an der Hinterachse und einer an der Vorderachse - angetrieben, leistet wahlweise 295 kW/400 PS (Version GT) oder 345 kW/470 PS (GTS) und beschleunigt in 4,8 Sekunden (GT) beziehungsweise 3,9 Sekunden (GTS) von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 200 km/h (GT) beziehungsweise 220 km/h (GTS) angegeben.


Im Fahrzeugboden liegt eine Batterie mit 89 kWh Netto-Batteriekapazität, die für bis zu 551 Kilometer Reichweite sorgen soll. Geladen wird mit maximal 150 kW (GT) beziehungsweise 190 kW (GTS).


Alpine A390 im Test - tolles Fahrwerk auf einer Bergstraße
Eine blaue Flunder ist die Alpine A390 mit 2,1 Tonnen Leergewicht nicht mehr. Dass sie sich dennoch äußerst leichtfüßig bewegt, ist einem hervorragenden Fahrwerk zu verdanken.

Erster Fahreindruck: Sportlich und komfortabel, aber nicht sparsam

Unser erster Schnelltest im Rahmen der Pressetestfahrten zeigt den Charakter der Alpine A390: Sie fährt sich überraschend leichtfüßig für ihr hohes Leergewicht, das mit 2.121 Kilogramm ziemlich genau eine Tonne höher liegt als bei der A110. Ebenfalls überraschend ist, wie viel Komfort die A390 bietet: Das Fahrwerk verfügt über hydraulische Anschlagdämpfer und reagiert damit souverän auf harte Schläge, kleinere Unebenheiten werden sauber weggebügelt - gleichzeitig schafft es die A390, in schnellen Kurven straff zu bleiben, satt auf der Fahrbahn zu liegen und Lastwechsel für ein Auto dieser Klasse sehr gut zu verkraften. Kurz gesagt: Das Fahrwerk ist ein Gustostückerl und sicherlich das Abgrenzungsmerkmal der A390.



Alpine A390 Heckansicht in Blau
Flott und komfortabel, aber nicht sparsam: Für die Alpine A390 zählt Fahrspaß mehr als ein niedriger Verbrauch. Gute Entscheidung.

Leistung gibt es freilich auch genug: Die von uns getestete GT-Version mit 400 PS schiebt kräftig an - beim Beschleunigen aus Kurven hilft Torque Vectoring an der Hinterachse, beim Bremsen die sechs Kolben Monoblock Sättel mit 365 Millimeter Bremsscheiben an der Vorderachse. Die Kehrseite der sportlichen Ambitionen: Die A390 verbraucht relativ viel Strom. Im Alltagsbetrieb wird man kaum unter 20 kWh Durchschnittsverbrauch schaffen - eher 25 kWh, wenn man die Talente dieses Autos ausnutzen möchte.


Infotainment und Innenraum: Gut verarbeitete Konzernware

Wer auch im Innenraum auf extravagantes Design hofft, wird vermutlich enttäuscht. Hier merkt man die Nähe zu den Konzerngeschwistern am deutlichsten: Armaturenbrett, Infotainment und viele Bedienelemente kennt man beispielsweise aus Renault Austral oder Renault Espace, wenngleich für die edle Alpine viel Leder und individuelle Akzente zum Einsatz kommen. Im Grunde ist die Renault-Nähe auch kein Fehler: Das Infotainmentsystem basiert auf der Android Automotive Plattform und bindet viele Google-Features ein - das funktioniert tadellos.



Alpine A390 Innenraum
Das Armaturenbrett kennt man beispielsweise aus Renault Austral und Renault Espace. Das viele Leder gibt's nur in der Alpine.

Platz und Kofferraum: Sportler mit praktischen Qualitäten

Im Hinblick auf die praktischen Werte hat die Alpine A390 viel Erfreuliches zu vermelden: Das Kofferraumvolumen beträgt 532 bis 1.643 Liter, die Anhängelast beträgt maximal 1.350 Kilogramm. Auf der Rückbank sitzen Normalgroße grundsätzlich gut, wobei man recht tief in die Sitze fällt. Große Passagiere fühlen sich vorne wohler.


Fazit: Dynamischer Elektro-Crossover für Individualisten

Die Alpine A390 ist in vielerlei Hinsicht eine Überraschung. Besonders auffällig sind das tolle Fahrwerk, das hohe Komfortniveau und die soliden Alltagsqualitäten. Gleichzeitig muss eine Alpine viel Fahrspaß bieten - auch dieses Versprechen löst die A390 ein. Dafür muss man allerdings bereit sein, mindestens 67.500 Euro für die GT-Version, oder gar 78.000 Euro für die GTS-Version auszugeben. Ob die A390 so viel Geld wert ist, klären wir bei einem ausführlichen Test im Juli.

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