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Auf Entdeckungsreise: Der Ford Explorer Elektro Extended Range 2025 im Test


Wer mit dem elektrischen Ford Explorer auf Entdeckungsreise geht, wird nicht enttäuscht: Im Test zeigt das 4,47 Meter lange SUV eine brauchbare Realreichweite, ein durchdachtes Bedienkonzept und ein angenehmes, ausgewogenes Fahrverhalten.



Text: Patrick Aulehla | Fotos: Ford


Man muss das Rad nicht neu erfinden - dieses Sprichwort gilt für Elektroautos ganz besonders. Marken unterscheiden sich nicht mehr durch Motorcharakteristik, Drehzahlband und Auspuffsound - heute geht es um Effizienz und Reichweite, um Kilowatt und Kilowattstunden, und die Zutaten dafür sind unter dem Blechkleid versteckt. Insofern macht Plattform-Sharing durchaus Sinn - für die einen, weil sie mit ihrer Technologie Geld verdienen, für die anderen, weil sie eine Menge Entwicklungskosten sparen.


Die Daten des Ford Explorer Extended Range RWD

Damit gleich zur Sache: Der elektrische Ford Explorer basiert auf dem MEB-Baukasten aus dem Hause Volkswagen, der unter anderem für die Modelle VW ID.4 und Skoda Enyaq genutzt wird. In Zahlen bedeutet das 77 kWh Batteriekapazität, 15,3 kWh WLTP-Stromverbrauch, 572 Kilometer WLTP-Reichweite und maximal 135 kW Ladeleistung. Der Elektromotor schickt 210 kW/286 PS und gewaltige 545 Nm an die Hinterräder, wodurch unser Explorer in 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und 180 km/h schnell fahren kann. An den Haken nimmt der Ford bis zu 1.000 Kilogramm Anhängelast, die Stützlast beträgt 75 Kilogramm.



Ford Explorer Elektro Extended Range 2025 im Test - Heckansicht
Schick anzusehen, effizient zu fahren - der Ford Explorer leistet sich in unserem Test keine nennenswerten Schwächen

Fahren: Unauffällig, effizient, gut

Im Fahrbetrieb zeigt sich der Explorer aufgrund seiner hohen Motorleistung sehr dynamisch, auf Tempo 50 geht er wie ein Stein aus einer Schleuder. Von Möchtegern-Sportwagen trotzdem keine Spur: Das Fahrwerk bleibt stets ruhig und ausgewogen, das ESP regelt sehr sensibel und sicher, gekünstelte Dynamik Fehlanzeige. Gut so, denn: Der Ford Explorer soll vor allem im Alltag gefallen, da wäre eine allzu straffe Fahrwerksabstimmung eher hinderlich als förderlich. Ebenfalls gut


In Sachen Stromverbrauch bewegt sich der Explorer im Ortsgebiet und auf Freilandstraßen auf ordentlichem Niveau. Bei gemäßigten Temperaturen gönnte sich unser Explorer-Testwagen ebendort selten mehr als 16 kWh, was einer Realreichweite von etwa 480 Kilometern entspricht (laut WLTP sollten es 555 Kilometer sein). Auf der Autobahn fließt naturgemäß etwas mehr Saft durch die Kabeln - unter 20 kWh bei 130 km/h gehen sich nicht aus, viel mehr als 22 kWh werden es aber auch nicht. In reale Autobahn-Reichweite umgerechnet ergibt das etwa 350 Kilometer.



Ford Explorer Elektro Extended Range 2025 im Test - Frontansicht außen vorne fahrend
Leistung hat der Ford Explorer mit 286 PS genug - seine Paradedisziplin ist aber die Effizienz

Ladeleistung durchschnittlich, Ladezeit in Ordnung

Beim Laden zeigt sich der Ford Explorer ziemlich durchschnittlich: In der von uns getesteten RWD-Variante (Heckantrieb) beläuft sich die Ladeleistung an der DC-Station auf 135 kW - etwa 28 Minuten dauert die Standard-Schnellladung von 10 auf 80 Prozent Ladestand. An AC-Ladestationen kann der Ford 11 kW aufnehmen, eine Vollladung dauert hier etwa sieben Stunden. Das ist Klassenschnitt und damit ausreichend - mehr Ladeleistung gibt's in dieser Preisklasse nur von den 800 Volt Modellen von KIA und Hyundai.


Platzangebot und Innenraum: Groß trotz kompakter Maße

Erstaunlich gut fällt das Platzangebot im Innenraum aus: Der 4,47 Meter lange, 1,87 Meter breite und 1,64 Meter hohe Explorer bietet auch groß Gewachsenen viel Raum auf den vorderen und hinteren Plätzen. Sowohl Kopffreiheit als auch Beinfreiheit in der zweiten Reihe wirken überdurchschnittlich. Viel Platz gibt es auch im Ladeabteil: Mit 410 bis 1.365 Litern Kofferraumvolumen ist der Explorer in seinem Segment bei den Besseren dabei.



Ford Explorer Elektro Extended Range 2025 im Test - Innenraum Sitze Platzangebot
Viel Platz im Innenraum, ein in der Neigung verstellbarer Touchscreen, viele Staufächer und Ablagen: auch hier punktet der Ford Explorer.

Multimedia: Gute Menüführung, durchdachte Bedienlogik

Man muss Touchscreens freilich nicht mögen, ganz objektiv lässt sich aber feststellen: Ford löst die Aufgabe Bedienung im Explorer sehr gut. Die Klimaanlage wird über eine am unteren Bildschirmrand permanent eingeblendete Menüleiste gesteuert, für andere häufig genutzte Funktionen (Stichwort Geschwindigkeitswarner und Spurhalteassistent) gibt es am oberen Bildschirmrand ebenfalls ein eigenes, permanent eingeblendetes Feld.


Anders als beim Technikspender VW sind die Icons des Menüs etwas kleiner, was das Anwählen solcher nicht unbedingt erleichtert. Aber ganz ehrlich: Sind die Grundfunktionen einmal eingestellt, werden die allermeisten Fahrer ohnehin auf Android Auto oder Apple CarPlay setzen - außer, man will den Routenplaner des eingebauten Navis nutzen, der sich auf längeren Strecken als durchaus nützlich erweist, weil nötige Ladestopps selbstständig eingeplant werden.



Ford Explorer Elektro Extended Range 2025 im Test - Innenraum Armaturenbrett
Cleanes Design, schlüssige Bedienung - das Innenraumkonzept des Ford Explorer gibt keine Rätsel auf.

Ford Explorer Elektro: Österreich-Preise und Ausstattung

Last but not least: Die Preise. Hier gibt sich Ford sehr volksnah - mit einem Aktionspreis von derzeit 30.916 Euro für das Einstiegsmodell Style (Stand Januar 2026) ist das Kompakt-SUV eines der günstigsten seiner Klasse. Geboten werden hierfür 52 kWh Batteriekapazität, 378 Kilometer WLTP-Reichweite, 170 PS Motorleistung und zahlreiche Ausstattungsfeatures (14,6 Zoll Infotainment, LED-Scheinwerfer, abgedunkelte Scheiben etc.).


Für den Ford Explorer Select (19 Zoll Alufelgen, Sportsitze etc.) werden derzeit 37.195 Euro (RWD, 77 kWh, 286 PS, 602 km WLTP-Reichweite) oder 40.562 Euro fällig (AWD, 79 kWh, 340 PS, 566 km WLTP-Reichweite). Für den Ford Explorer Premium (20 Zoll Alufelgen, Matrix-LED-Scheinwerfer, beheizbares Lenkrad etc.) möchte Ford aktuell 36.376 Euro (RWD, 52 kWh, 170 PS, 360 km WLTP-Reichweite), 40.835 Euro (RWD, 77 kWh, 286 PS, 576 km WLTP-Reichweite) oder 44.202 Euro (AWD, 79 kWh, 340 PS, 536 km WLTP-Reichweite).



Was wir gut finden: Reichweite, Verbrauch, Wendigkeit, Spritzigkeit, Preisgestaltung


Was wir nicht so gut finden: Etwas mehr Ladeleistung wäre fein

 

Man kauft ihn, weil: man ein tolles elektrisches Kompakt-SUV mit viel Platz, schlüssigem Bedienkonzept und geringem Stromverbrauch zum fairen Preis fahren möchte


Vergleichbare Fahrzeuge: Skoda Enyaq, VW ID.4, Ford Capri, KIA EV3

 


Ford Explorer Extended Range RWD (2025): Technische Daten, Österreich-Preis, Leistung, Gewicht, Verbrauch, Reichweite


Testwagenpreis: € 40.835,00

Einstiegspreis: € 30.916,00

Bestellbar: ab sofort (Konfigurator)

Maximale Leistung: 210 kW/286 PS

Drehmoment: 545 Nm

0-100 km/h: 6,4 Sekunden

Vmax: 180 km/h

Batteriekapazität: 77 kWh

Energieverbrauch konfigurationsspezifisch (WLTP): 15,3 kWh/100 km

Reichweite konfigurationsspezifisch (WLTP): 572 km

Reichweite im Test: 480 km

Ladung: 11 kW AC | 135 kW DC (10-80%: 28 min)


Leergewicht: 2.090 kg

Höchstzulässiges Gesamtgewicht: 2.675 kg

Anhängelast gebremst/ungebremst: 1.000 kg/750 kg

Kofferraum: 410 - 1.365 Liter

Länge/Breite o.S./Höhe: 4.468/1.872/1.639 mm

Stützlast: 75 kg

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