- Patrick Aulehla

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Neuer Audi Q4 e-tron (2026): Mehr Reichweite, neues Interieur und günstigere Preise für das kompakte Elektro-SUV
Optisch hat sich beim neuen Audi Q4 e-tron nicht viel getan, und dennoch hat die Modellüberarbeitung für das Jahr 2026 Tiefgang: Mehr Reichweite, kürzere Ladezeiten, ein völlig neues Interieur samt ebenfalls neuem Infotainmentsystem und erweiterte Assistenzsysteme sollen vor allem Firmenkunden wieder Lust auf das Kompakte Elektro-SUV-Modell machen.
Text: Patrick Aulehla | Fotos: Audi
Modellüberarbeitungen werden umgangssprachlich Facelift genannt, allerdings hat der neue Audi Q4 rein äußerlich wenig Neues anzubieten. Sein Gesicht bleibt größtenteils unangetastet, was das kompakte Elektro-SUV durchaus als Kompliment verstehen darf. Ein paar Kleinigkeiten wurden "geschärft", wie Audi es nennt: An den Stoßstangen findet man neu gezogene Linien, die Leuchten sehen auch ein bisschen anders aus - man muss das Rad nicht neu erfinden, solange es sich dreht.

Viel Neues auf den zweiten Blick
Die wirklich großen Änderungen betreffen die Technik und den Innenraum. Der neue Q4 kommt mit höherer Reichweite, höherer Ladeleistung und schnelleren Ladezeiten, und er trägt jetzt die sogenannte Digital Stage im Innenraum. Damit ist ein von der Fahrerseite bis über die Fahrzeugmitte ragendes Panoramadisplay mit 11,9 Zoll großem Virtual Cockpit (vulgo Kombiinstrument) und 12,8 Zoll großem MMI Touchscreen gemeint, das leichter zu bedienen und schöner anzusehen ist als bisher.
Dieses Update ist serienmäßig verbaut - inklusive Navi, e-tron Routenplaner, Smartphone-Integration et cetera. Optional verfügbar sind außerdem ein Augmented Reality Head-up-Display (rund 1.000 Euro), ein MMI Beifahrerdisplay (rund 780 Euro) und die MMI Experience Pro (rund 760 Euro), die ein Sonos Soundsystem und USB-Schnittstelen mit erhöhter Ladeleistung beinhalten.

Mehr Reichweite und mehr Ladeleistung
Vielfahrer wird erfreuen, dass der neue Audi Q4 e-tron mehr Reichweite und mehr Ladeleistung bietet. In der Basisversion mit 59 kWh netto Batteriekapazität sind gemäß WLTP-Zyklus bis zu 439 Kilometer möglich, in den höheren Ausstattungslevels mit 77 kWh netto Batteriekapazität schafft der Q4 jetzt bis zu 577 WLTP-Kilometer. Wer mit der geringeren Reichweite auskommt, spart gute 7.000 Euro beim Kaufpreis.
In Sachen Ladegeschwindigkeit gehört der Audi Q4 e-tron zwar noch immer nicht zu den Allerbesten, verkürzt den Abstand zu den koreanischen Musterschülern Hyundai und KIA aber: Die kleinere Batterie kann mit bis zu 160 kW schnellgeladen werden, die größeren Batterien laden mit 165 kW (performance und quattro) bis 185 kW (quattro performance). Die Schnellladung von 10 auf 80 Prozent SoC (State of Charge) gelingt damit über alle Varianten hinweg in unter 30 Minuten.

Praktisch: Mehr Anhängelast und großer Kofferraum
Erhöht wurde beim überarbeiteten Audi Q4 e-tron nicht nur die Reichweite, sondern auch die Transportfähigkeiten. Die Anhängelast beträgt jetzt maximal 1.800 Kilogramm beim Topmodell quattro performance. Das Basismodell mit Hinterradantrieb darf immerhin 1.200 Kilogramm ziehen, der Q4 e-tron quattro kommt auf 1.400 Kilogramm. Der Kofferraum des 4,59 Meter langen Elektro-SUV fasst hinter der zweiten Sitzreihe maximal 515 (e-tron) oder 527 Liter (e-tron Sportback) gemäß VDA-Messmethode. Bei umgelegten Sitzen können bis zu 1.485 Liter (e-tron) oder 1.460 Liter (e-tron Sportback) zugeladen werden.
Erster Audi, der bidirektionales Laden unterstützt
Als erstes Fahrzeug der Marke kann der neue Audi Q4 e-tron bidirektional laden - ebenfalls serienmäßig. Grundsätzlich werden zwei Funktionen unterschieden: Vehicle to Load (V2L) und Vehicle to Home (V2H). Unter V2L versteht man, dass der Q4 etwa ein E-Bike aufladen oder einen Griller mit Strom versorgen kann. Das ist über eine Steckdose immer Kofferraum mit 2,3 kW möglich, oder über einen Adapter für den Ladeanschluss mit 3,6 kW.

Die Funktion V2H macht das Fahrzeug sogar zur fahrenden Powerbank: Wer über eine geeignete Wallbox verfügt (erhältlich bei Moon Power für 4.500 Euro), kann den Audi Q4 als Energiequelle für sein Haus nutzen, oder als Pufferspeicher für grünen Strom aus der PV-Anlage. Im Blackout-Fall kann der Audi sogar als Notstromaggregat eingesetzt werden: Seine Batterie kann einen durchschnittlichen vier Personen Haushalt mehrere Tage mit Strom versorgen. Gesteuert werden die Funktionen über eine App, die es erlaubt, einen Mindestladestand einzustellen, Zeiten für das bidirektionale Laden zu definieren und vieles mehr. Einziger Wehmutstropfen: Die V2H-Funktion ist nur für Fahrzeuge mit großer Antriebsbatterie erhältlich.
Preise und Ausstattungen: Nicht teurer geworden
Die gute Nachricht zuerst: Der neue Audi Q4 e-tron ist nicht teurer, sondern ausstattungsbereinigt sogar etwas günstiger geworden. Der günstigste Listenpreis beträgt regulär 48.676 Euro brutto oder 40.563 Euro netto. Privatkunden erhalten derzeit 3.000 Euro Bonus, was einem Einstiegspreis von 45.676 Euro entspricht. Die Sportback-Varianten müssen einem 1.920 Euro Aufpreis wert sein.
Der Audi Q4 e-tron performance mit großer Batterie kommt auf 55.200 Euro Listenpreis, abzüglich der 3.000 Euro auf 52.200 Euro effektiv. Der Audi Q4 e-tron quattro kostet laut Liste ab 58.650 Euro (55.650 Euro rabattiert), das Topmodell Audi Q4 e-tron quattro performance gibt es ab 62.900 Euro (59.900 Euro rabattiert).

Was wir gut finden: Dass es viel neue Serienausstattung wie die Digital Stage oder die bidirektionale Ladefunktion gibt, ohne effektive Preissteigerung
Was wir nicht so gut finden: Dass der Aufpreis für die große Batterie doch sehr hoch ausfällt.
Vergleichbare Fahrzeuge: BMW iX1, Mercedes-Benz EQA, Skoda Enyaq, Polestar 2





















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