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Jaguar I-Pace EV400 R-Dynamic (2024): Im Gleiten liegt die Kraft

 

Auf dem Weg zu Terminen weiß der Jaguar I-Pace EV400 mit Entschleunigung und Komfort zu verwöhnen. Zumindest, wenn das Ziel in greifbarer Reichweite liegt. An der Ladestation zeigt sich die Raubkatze nämlich von der bescheidenen Seite.




Text: Patrick Aulehla | Fotos: Oliver Hirtenfelder
 

Geschmeidig wie ein Schmusekätzchen zieht der Jaguar I-Pace durchs Land, die Krallen bleiben im Alltag erstmal eingefahren. In Sachen Fahrwerk, Komfort und Entschleunigung ist das britisch-indische Elektroauto ein Gustostückerl – allerdings eines, das seinen Preis hat. Der von uns getestete I-Pace EV400 R-Dynamic mit einigen Zusatzoptionen kommt auf 99.836 Euro, nach oben hin wäre sogar noch Luft zu verdrängen. Wer das verschmerzt, fühlt sich eingebettet in feines Leder und umgeben von hochwertigen Materialien bestens aufgehoben – allein der Griff zum zweifärbigen Lederlenkrad lässt die Konsequenz erfühlen, mit der sich Jaguar dem Wohl seiner Passagiere verschreibt. Dass der I-Pace dank 294 kW oder 400 PS Motorleistung in 4,8 Sekunden von Null auf Hundert fliegt, ist einer Raubkatze würdig, obwohl das auch bei preislich weniger elitären Modellen mittlerweile schneller geht. Ebenfalls nicht ganz up to date zeigt sich der I-Pace in Sachen Reichweite und Ladegeschwindigkeit.



Jaguar I-Pace EV400 R-Dynamic Heckansicht

Bleibt geschmeidig: Der Jaguar I-Pace EV400 entschleunigt seine Passagiere.

 

Was macht der Jaguar I-Pace EV 400 gut?

Besonders in Sachen Fahrkomfort und Qualitätsempfinden legt der I-Pace die Messlatte hoch. Im Innenraum bleibt es auch bei höheren Geschwindigkeiten ruhig, der Griff durch den Innenraum fühlt sich durchwegs hochwertig an. Ein subjektives Plus: Der I-Pace tritt dynamisch, aber nicht überschwänglich böse auf. Die britische Interpretation von Vorwärtsorientierung ist für unser Empfinden relativ versöhnliche, gemessen an Größe und Mitbewerb.



Jaguar I-Pace EV400 R-Dynamic Interieur

Sauber verarbeitet, hoher Qualitätseindruck: An der Verarbeitungsqualität gibt es nichts auszusetzen.

 

Was macht der Jaguar I-Pace EV 400 nicht so gut?

Die größte Schwäche des I-Pace ist die Ladegeschwindigkeit. Mit 100 kW an der DC-Schnellladesäule ist man nicht mehr up to date – das können viele Mitbewerber (etwa Tesla, Hyundai, KIA, Polestar, Audi oder Porsche) deutlich besser. Auch mit Reichweite ist der Jaguar eher unterdurchschnittlich bestückt: Maximal 470 Kilometer steht laut WLTP für die Basisversion zur Verfügung – oder weniger, wenn man beispielsweise große Felgen bestellt. Im gemixten Realbetrieb muss man zumindest mit 25 kWh Durchschnittsverbrauch rechnen – das reicht für gute 330 Kilometer.

 

Infotainment, Bedienung und Connectivity

Eine Wohltat, die bei modernen Autos sofort auffällt: Die Assistenzsysteme wie Geschwindigkeitswarner und Spurhalteassistent lassen sich mit drei Lenkradklicks in den Schlaf drücken. Knöpfe, Tasten und Drehregler erleichtern den Zugriff auf viele Funktionen – etwa auf die Klimaanlage, das Luftfahrwerk oder die Lautstärkeeinstellung. Auch alle anderen Bedienwege erscheinen nach ein bisschen Eingewöhnungszeit durchwegs logisch. Und: Apple CarPlay und Android Auto sind ebenfalls an Bord.



Jaguar I-Pace EV400 R-Dynamic Mittelkonsole und Bedienelemente

Schalter, Tasten und Drehregler erleichtern die Bedienung ungemein. Ebenfalls lässig: Die Lenkradtaste, mit der sich allzu nervige Assistenten ins Aus knipsen lassen.

 

Fahrverhalten, Leistung, Verbrauch und Reichweite

Der Fahrkomfort ist wie beschrieben hoch, die Leistung mit 294 kW oder 400 PS ebenfalls. 4,8 Sekunden braucht der I-Pace EV400 von Null auf Hundert, bei 200 km/h wird elektronisch abgeregelt. Für ein 2,2 Tonnen schweres Auto bewegt sich die Raubkatze sogar in gebogenem Geläuf flott nach vorne, wobei man eher die Ruhe und Entschleunigung genießen möchte. In Sachen Verbrauch und Reichweite liegt der I-Pace allerdings am unteren Ende seines Segments: Maximal 470 Kilometer sind laut WLTP möglich, im echten Leben sollte man mit 330 Kilometer rechnen. Geladen wird mit maximal 11 kW (AC) oder 100 kW (DC) – ebenfalls keine Spitzenwerte.




400 PS und knapp 700 Nm zieht der I-Pace aus seinen Elektromotoren, die sich über alle vier Räder im Asphalt festbeißen.

 

Platzangebot und Kofferraum

Das Platzangebot auf den Vordersitzen ist gut und im Fonds grundsätzlich auch. Die Beinfreiheit ist sowohl nach vorne wie zur Seite völlig ok, nur würden sich groß gewachsene Passagiere ein bisschen mehr Kopffreiheit wünschen. Im Ladeabteil sollen laut Jaguar 656 Liter bis 1.453 Liter Platz finden.



Jaguar I-Pace EV400 R-Dynamic Platzangebot Fond

Ausreichend groß: Der Fondbereich im I-Pace. Nur groß gewachsene Passagiere über 1,90 Meter müssen sich ein wenig ducken.

 

Preis und Verfügbarkeit

Bestellbar ist der Jaguar I-Pace EV400 R-Dynamic ab sofort zu einem Basispreis von 93.126 Euro. Unser Testwagen, ausgestattet mit einigen Extras, kommt auf 99.836 Euro. Kein Sonderpreis, soviel ist klar, aber auch nicht völlig aus der Luft gegriffen. Ähnlich große, starke und edle Autos kosten ähnlich viel oder noch mehr Geld. Wer ein äußerst komfortables, hochwertig verarbeitetes und kräftiges Elektroauto sucht, das nicht an jeder Ecke steht, der könnte mit dem I-Pace sein Glück finden. Reichweite und Ladeleistung wollen aber verschmerzt werden.


 

Jaguar I-Pace EV400 R-Dynamic (2024): Technische Daten, Österreich-Preis, Leistung, Gewicht, Verbrauch


Testwagenpreis: € 99.836 brutto (Basispreis Jaguar I-Pace EV400 R-Dynamic: € 93.126)

Bestellbar: Ab sofort. (Konfigurator)

Maximale Leistung: 294 kW / 400 PS

Drehmoment: 696 Nm

0-100 km/h: 4,8 sek.

Vmax: 200 km/h


Leergewicht: 2.226 kg

Kofferraum: 656 - 1.453 Liter

Länge/Breite o.S./Höhe: 4.682/2.011/1.566 mm

Batteriekapazität: 90 kWh brutto/84,7 kWh netto

Verbrauch (WLTP): 23,3 kWh/100 km

Reichweite (WLTP): 445 km

Ladung: 11 kW AC (0-100%: 8h58) | 100 kW DC (10-80%: ca. 1h)


 


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